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  • : Dieser Blog widmet sich vor allem Gedichten, Sagen, Märchen, Fabeln sowie der Brandmalerei und der historischen Militärmusik. Aber auch andere Musik wie z.B. Klassik ist auf meinem Blog vertreten. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken. Viel Spaß und gute Unterhaltung auf diesen Seiten wünscht Ihnen ihr Autorenblog & MilitaryMusicChannel Thomas von Katzberg.
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Montag, 6. juli 2009

Es flog ein Sperling auf die Düngerstätte eines Bauern. Da kam der Kater, erwischte den Sperling, trug ihn fort und wollte ihn verspeisen. Der Sperling aber sagte: "Kein Herr hält sein Frühstück, wenn er sich nicht vorher den Mund gewaschen hat." Mein Kater nimmt sich das zu Herzen, setzt den Sperling auf die Erde hin und fängt an, sich mit der Pfote den Mund zu waschen - da flog ihm der Sperling davon. Das ärgerte den Kater ungemein, und er sagte: "Solange ich lebe, werde ich immer zuerst mein Frühstück halten und dann den Mund waschen." Und so macht er es denn bis auf diese Stunde.

Schleicher, August: Litauische Märchen, Sprichworte, Rätsel und Lieder. Weimar: Böhlau, 1857.

von Thomas von Katzberg - veröffentlicht in: Kurzgeschichten, Sagen, Märchen & Fabeln
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Montag, 6. juli 2009

Eine alte Kirche, welche den Sperlingen unzählige Nester gab, ward ausgebessert. Als sie nun in ihrem neuen Glanze dastand, kamen die Sperlinge wieder, ihre alten Wohnungen zu suchen. Allein sie fanden sie alle vermauert. "Zu was", schrieen sie, "taugt denn nun das große Gebäude? Kommt, verlasst den unbrauchbaren Steinhaufen!"

Gotthold Ephraim Lessing

von Thomas von Katzberg - veröffentlicht in: Kurzgeschichten, Sagen, Märchen & Fabeln
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Sonntag, 5. juli 2009

Es war einmal ein Königssohn, der ging hinaus in das Feld und war nachdenklich und traurig. Er sah den Himmel an, der war so schön rein und blau, da seufzte er und sprach "wie wohl muss einem erst da oben im Himmel sein!" Da erblickte er einen armen greisen Mann, der des Weges daherkam, redete ihn an und fragte "wie kann ich wohl in den Himmel kommen?". Der Mann antwortete "durch Armut und Demut. Leg an meine zerrissenen Kleider, wandere sieben Jahre in der Welt und lerne ihr Elend kennen: nimm kein Geld, sondern wenn du hungerst, bitt mitleidige Herzen um ein Stückchen Brot, so wirst du dich dem Himmel nähern". Da zog der Königssohn seinen prächtigen Rock aus und hing dafür das Bettlergewand um, ging hinaus in die weite Welt und duldete groß Elend. Er nahm nichts als ein wenig Essen, sprach nichts, sondern betete zu dem Herrn, dass er ihn einmal in seinen Himmel aufnehmen wollte. Als die sieben Jahre herum waren, da kam er wieder an seines Vaters Schloss, aber niemand erkannte ihn. Er sprach zu den Dienern "geht und sage meinen Eltern, dass ich wiedergekommen bin". Aber die Diener glaubten es nicht, lachten und ließen ihn stehen. Da sprach er "geht und sagt meinen Brüdern, dass sie herabkommen, ich möchte sie so gerne wiedersehen". Sie wollten auch nicht, bis endlich einer von ihnen hinging und es den Königskindern sagte, aber diese glaubten es nicht und bekümmerten sich nicht darum. Da schrieb er einen Brief an seine Mutter und beschrieb ihr darin all sein Elend, aber er sagte nicht, dass er ihr Sohn wäre. Da ließ ihm die Königin aus Mitleid einen Platz unter der Treppe anweisen und ihm täglich durch zwei Diener Essen bringen. Aber der eine war bös und sprach "was soll dem Bettler das gute Essen!", behielt es für sich oder gab es den Hunden und brachte dem Schwachen, Abgezehrten nur Wasser; doch der andere war ehrlich und brachte ihm, was er für ihn bekam. Es war wenig, doch konnte er davon eine Zeitlang leben; dabei war er ganz geduldig, bis er immer schwächer ward. Als aber seine Krankheit zunahm, da begehrte er das heilige Abendmahl zu empfangen. Wie es nun unter der halben Messe ist, fangen von selbst alle Glocken in der Stadt und in der Gegend an zu läuten. Der Geistliche geht nach der Messe zu dem armen Mann unter der Treppe, so liegt er da tot, in der einen Hand eine Rose, in der anderen eine Lilie, und neben ihm ein Papier, darauf steht seine Geschichte auf geschrieben. Als er begraben war, wuchs auf der einen Seite des Grabes eine Rose, auf der anderen eine Lilie heraus.

Jacob und Wilhelm Grimm

von Thomas von Katzberg - veröffentlicht in: Kurzgeschichten, Sagen, Märchen & Fabeln
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Sonntag, 5. juli 2009

Der Vater ist krank, es steht schlecht mit ihm, er ist dem Tode nahe. Die Kinder stehen an seinem Lager, alle weinen, klagen und fragen: "Liebes Väterchen, wenn Ihr gestorben seid, wie und wo sollen wir Euch begraben?" - "Werft mich doch aufs Feld." - "Aber da werden Euch die Hunde fressen!" - "Na, gebt mir einen Stock in die Hand." - "Wie werdet ihr Euch denn aber wehren können, wenn Ihr nicht mehr am Leben seid?" - "Wenn ich mich schon nicht mehr wehren kann, dann kümmert's mich auch wenig, wo und wie ihr mich begrabt. Das ist eine Frage für euch, nicht mehr für mich!"

Alte mündlich überliefert Geschichte aus Litauen

von Thomas von Katzberg - veröffentlicht in: Kurzgeschichten, Sagen, Märchen & Fabeln
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Sonntag, 5. juli 2009

Der Löwe, von dem wir hier erzählen, war sehr böse und gefräßig. Er fraß so viele, viele Tiere auf, ohne viel Unterschied zu machen. Da veranstalteten die Tiere eine große Versammlung, und der Wolf sprach: "Hörer, Brüder und Schwestern, Schweine und Igel, Adler und Küchlein! Hörer meine Worte und behaltet sie im Herzen! Der Löwe, das gierige Tier, frisst uns alle ohne Unterschied auf. Ich möchte euch heute einen Vorschlag machen: wir werfen das Los, und derjenige, der vom Lose getroffen wird, muss sich zum Könige begeben und sagen, dass er ihm zum Futter dienen möchte!" Die Tiere waren hiermit einverstanden, und diejenigen, die das Los nicht getroffen, freuten sich, nun jeden Tag ungestört im Walde herumspazieren und sich ohne Furcht Futter holen zu können; diejenigen aber, die das Los traf, waren traurig, und mit Tränen näherten sie sich der Behausung des gefräßigen Löwen und klopften an seiner Tür an. "Wer ist dort?" - "Ach, - ich!" - "Wer bist du?" - "Ich bin ein kleines Küchlein. Mich traf heute das Los" - Da öffnete der Löwe, besah sich das kleine, arme Tierchen und rief: "Wie mager du bist! Und ich bin kein Freund von Federn. Aber immerhin füllst du wohl ein kleines Eckchen aus im Löwenmagen." - Dann machte er Aum und Agg und verschluckte das Tierchen. Ein anderes Mal traf das Los eine kleine Ziege. Sie klopfte an die Tür und der Löwe rief: "Wer ist dort?" - "Ich! Mich traf heute das grässliche Los. Und ich bin noch so jung!" - Der Löwe brummte: "Wirklich, fett bist du nicht! Du hinterlistiges Geschöpf!" - Und wieder machte er Aum und Agg und würgte das Tier hinunter. Traf das Los aber eine Kuh, so freute sich der Löwe und sprach jedes Mal, sobald sich eine Kuh meldete: "Endlich! Ich habe wahrhaftig Lust, wieder einmal ein fettes Stück Fleisch zu verzehren!" Dann machte er Aum und Agg und fraß die arme Kuh. Nun aber kam ein eigentümlicher Tag: das Los traf den Wolf selbst, denselben Wolf, der jenen weisen Rat gegeben hatte. - Er sprach zu sich: "Wie stelle ich es an, um nicht gefressen zu werden? - Ich werde den Löwen hintergehen müssen! Ein langer Körper hat wenig Verstand, und der Körper des Löwen ist nicht klein!" Damit schlich er hin zur Behausung des Königs und klopfte an. - Der Löwe rief: "Wer ist da?" - "Ich, Freund! Heute hat mich das Los getroffen. Nur möchte ich dir für die Gnade, die du mir damit beweisest, dass du mich aufrissest, einen Dienst erweisen. Ich weiß ein Geheimnis." "Ein Geheimnis?" - "Ja! Ein zweiter Löwe ist hier! Er ist viel, viel größer als du und hat nebst anderen Gedanken auch den im Kopfe, dich zu bekämpfen und aufzufressen!" - "Mich?" - "Ja, dich"" - "Wo ist der Nichtswürdige, der Vermessene?" - "Komm mit! Ich will dir seinen Aufenthaltsort zeigen!" Die beiden gingen und gingen; zuletzt gelangten sie an einen zwischen hohen Felsenwänden liegenden tiefen, dunklen Teich, und der Wolf sprach jetzt: "Hier unten im Wasser haust er; ich höre sein Lachen. Du Musst dich hier ganz nahe an den Rand stellen und versuchen, mit deinen Augen - ach, wie schön sind sie! - bis auf den Grund hinabzuspähen!" Der Löwe war sehr darauf erpicht, seinen im Wasser lebenden Feind zu sehen, und stellte sich ganz nahe an den Rand des Teiches. Da gab ihm der schlaue Wolf einen tüchtigen Stoß, und der Löwe fiel in das Wasser, wo er versank und ertrank. Der Wolf aber wurde von den Tieren als ihr Rettet betrachtet; sie sagten in Zukunft nur noch: "Herr Wolf!"

Alte mündlich überlieferte europäische Fabel

von Thomas von Katzberg - veröffentlicht in: Kurzgeschichten, Sagen, Märchen & Fabeln
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